
Wieder einmal ein Artikel über paradox Erscheinendes aus der (kombinatorischen) Wahrscheinlichkeitsrechnung: Das sogenannte “Geburtstagsparadoxon”.
Beim Geburtstagsparadoxon geht es um die – erstaunlich hohe – Wahrscheinlichkeit, dass bei einer vorher festgelegten (zufälligen) Menge von mehreren Personen mindestens zwei von ihnen am selben Tag ihren Geburtstag feiern.
Um die Fehleinschätzung zu demonstrieren: Was glauben Sie, ab welcher Personenzahl diese Wahrscheinlichkeit 50% übersteigt? 100 Personen? 366? Oder gar über 500? (*)
Falsch! Bereits bei 23 Personen liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Doppelgeburtstag bei 50,73%! Das glauben Sie nicht? Nun gut, gehen wir der Sache auf den Grund.
Recht einfach ist es, wenn wir einfach alle Personen der Reihe nach durchgehen und jedes Mal aufs Neue die Wahrscheinlichkeit dafür berechnen, dass unter den bisher betrachteten Personen ein Doppelgeburtstag liegt. Anschließend verallgemeinern wir diese Vorgehensweise und erhalten eine Formel für die Berechnung der Wahrscheinlichkeit bei einer gegebenen Zahl n von Personen. Also gut:
Eine Person: Es kann kein Doppelgeburtstag auftreten, es ist egal, wann die erste Person ihren Geburtstag feiert.
Zwei Personen: Nur zu tritt ein Doppelgeburtstag auf, nämlich genau dann, wenn die 2. Person NICHT an einem der bereits “vergebenen” Tage Geburtstag hat, es bleiben also
Drei Personen: Wie schon bei Person Nummer zwei erläutert tritt KEIN Doppelgeburtstag genau dann auf, wenn Person drei ihren Geburtstag weder mit der ersten, noch mit der zweiten Person teilt. Das ist in der Fälle so. Übrig bleiben
FÜR einen Doppelgeburtstag. Noch immer sehr niedrig.
Vier Personen: Führen wir das gleiche Muster fort: . Eine Verdopplung immerhin.
Fünf Personen: . Allzu rasant scheint der Wert ja nicht zu steigen.
Sechs Personen: .
… Um es nicht allzu langwierig zu machen springen wir nun direkt zu 20 Personen:
20 Personen:
21 Personen:
22 Personen:
23 Personen:
Erstaunlich. Mal wieder.
Für interessierte sei auch noch die Formel genannt, mit der sich die Wahrscheinlichkeit für einen Doppelgeburtstag unter n Personen berechnen lässt:
Die Werte sind allerdings nur theoretisch – in der Praxis ist die Wahrscheinlichkeit sogar noch etwas größer.
Das liegt vor allem daran, dass die Geburtstage selten gleichmäßig über das Jahr verteilt sind.So gibt es eine deutliche Tendenz für die Sommermonate.
Fußnoten:
* Bereits bei 135 Personen rundet Sage auf 100%, bei einer Genauigkeit von zehn Nachkommastellen.


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